Mein dreißig Menütiger unfreiwilliger Besuch.

 

Seit ein nun mehreren Wochen haben wir einen neuen Bewohner Edgar C., der nur spanisch spricht und kaum deutsch oder englisch versteht.
Durch Hörensagen habe ich mitbekommen, dass er schon gegenüber dem Pflegepersonal gewalttätig war.
Das er wohl tagsüber in den Aufenthaltsraum der Bewohner auf dem Boden geschissen hat.
Mehrfach irgendwo hin gepinkelt hat auch in andere Bewohner Zimmer.
Laufend auf den Fußboden rotzt.
Und Nachts in andere Bewohner Zimmer geht und da wer weiß was macht aber er ist dabei wohl noch nie gewalttätig gegenüber den Bewohnern geworden.
Am 01.11.2020 gegen 21.35 Uhr hatte ich das zweifelhafte Vergnügen von ihm besucht zu werden.
Ich muss dazu sagen, dass meine Zimmertür abends und auch Nachts einen Spalt weit auf bleibt, damit ich mich zur Not bemerkbar machen kann und wenn ab 4 Uhr morgens die falls die Nahrungspumpe auf Störung geht.
So konnte ich beobachten, wie er sich schon im Flur auf spanisch redete und sich auszog (Er trägt auch tagsüber und nachts wohl nur einen Patientenkittel.).
Ein paar Minuten später kam er also Splitter nackt in mein Zimmer.
Dort ging er erst ins Badezimmer und blieb dort ein paar Minuten. Dann kam er zu mir in den Raum, lamentierte ständig was auf spanisch in sein imaginäres Funkgerät, in seiner Hand. Ist die beste Beschreibung die mir einfiel.
Dann setzte er sich zwischen den Bett Gitter rückwärts in mein Bett. Man wurde mir komisch zu mute...
Dann störte ihm wohl die Lagerungsrolle und trat danach.
Tja, dass war ein großes Problem für mich, denn diese Lagerungsrolle lag nur ein paar Zentimeter neben meinem Kopf! Zum Glück traf er den nicht.
Dann lamentierte er immer wieder auf spanisch, kratzte sich am Sack und roch dann an seinen Fingern. Das fand er wohl so schön, dass er es mehrfach wiederholte.
Dann richtete er sich auf, streichelte mich stand auf legte sich aber ein Augenblick später wieder hin. Beim dritten mal aufstehen nahm er die Lagerungsrolle raus und legte sie auf meinen PC ab. Dann legte er sich wieder mal zu mir. Insgesamt dauerte sein gesamter Bett Aufenthalt bei mir ca. 15 Minuten.
Als er endlich zum letzten mal aufgestanden ist, stand er neben meinem Bett. Berührte mit seiner Wange meine Wange, murmelte was auf spanisch und küsste mir zweimal auf die rechte Wange. Dann rüttelte er kurz am oberen Bett Gitter. Ging zum Fußende versuchte das Bett zu verschieben. Als das nicht funktionierte fluchte er auf spanisch (Nehme ich an bei dem Tonfall.) und schlug auf die am Fußende liegenden Kissen ein. Dadurch traf er auch zweimal mein rechtes Bein. Es tat zum Glück nicht weh.
Dann nahm er sich meine Bettdecke und trug sie wie einen Schal.
Dann verrückte er noch meinen Ventilator, spuckte auf meine Kommode, redete dabei auf spanisch.
Um ca. 22.05 Uhr kam endlich die Nachtwache vorbei zur Med Runde und erlöste mich...
Sie hat ja nichts alles mitbekommen und fragte mich nicht ein paar Minuten früher mich bemerkbar gemacht habe.
Nun ganz einfach, ich wollte ihn auf gar keinen Fall irgendwie provozieren! Wer weiß wie er darauf reagiert...
Warnschilder auf spanisch bringen leider gar nichts oder das ich ihn böse anklicke, denn er ist fast blind. Die Nachtwache kann auch nicht öfter kontrollieren kommen, dazu fehlt das Personal.
Was wäre wenn das mit ihm nach der Med Runde passiert wäre?
Sie wäre erst gegen 0 Uhr zum lagern gekommen.
Dieses Heim ist meiner Meinung nach gar nicht für solche Bewohner geeignet!