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Drymat

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die sie auf hängten. Es waren Poster mit biblischen Sprüchen, doch ich war seit Jahren Heide. Als Baby wurde ich getauft, als jugendlicher konfirmiert (es machte man halt und es gab Geld) und später trat ich aus der Kirche aus. Ich glaubte nie daran, das es einen Gott gab. Eher glaube ich an die heilige Vagina (Der Film: Das kleine Arschloch-der Glaube des Opas). Aber da ich nicht sprechen oder anders mein unwohlen zeigen konnte musste ich halt mit den Postern leben. Täglich wurde ich in einen Rollstuhl mobilisiert mit einem Lifter (was sich Jahre später als nicht vorteilhaft entpuppte) und zahlreichen Therapien unterzogen, die Botulinumtoxin-Behandlung half mir am meisten. Es wurde mir Botox in einige verkrampften Halsmuskeln gespritzt und so betäubt, das ich wieder den Kopf bewegen lernte. Dazu kamen noch Physiotherapie,Ergotherapie,Logopädie  und eine psychische Therapie. Die Therapeutin werde ich nie vergessen, denn ihren IQ Zwilling habe ich nun als Neurologin. damit man wenigstens ein bisschen mit mir kommunizieren konnte machte mein Bruder einen Zettel auf dem stand: 2x mit den Augen schliessen = ja, 1x schliessen = nein. Tolle Sache sollte man meinen aber dann kam die Psychologin. Zur Verständnis: Pro Minute blinzelt ein Mensch etwa 10 bis 15 Mal, also alle 4 bis 6 Sekunden, wobei dies über eine Zeitspanne von durchschnittlich 300 bis 400 Millisekunden geschieht. Schliesse ich die Augen gewollt dauert es ca. eine Sekunde, eigentlich ein grosser Unterschied sollte man denken, aber nicht für die Psychologin. Ihr auf ihre fragen zu antworten war mir zu dumm entweder schloss sie aus meinem Blinzeln ein nein oder stellte mir saudumme Fragen. Beispielsweise ob ich das heutige Datum wüste. Ähm, vor mir hing ein aktueller Kalender an den Wand also nö, keine Ahnung. Oder den: Ob ich die Uhrzeit wissen würde. Hmm, keine Armbanduhr um, hätte eh nicht den Kopf oder Arm heben können, im Zimmer keine Uhr, Fernseher oder Radio. Mein Bettnachbar war Schwede selbst wenn ich ihn fragen könnte würde er nichts verstehen. Gedanken lesen konnte ich noch nie, also wusste ich die Uhrzeit nicht aber ihr IQ, naja. Zum Glück hatte ich nicht nur Therapie sondern auch Besuch. Meine Eltern kamen täglich und Freunde schauten auch vorbei. So verbrachte ich die Zeit vom 08.06. bis zum 11.08.2005 in der Frühreha. Woher ich die genauen Daten habe? Tja, vergessen das mein Bruder der Frührehaleiter ist.