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Drymat

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ein Katheter gelegt. Ab nun "pinkelte" ich dadurch. Tja, wie hat er bloss seinen Tag herumbekommen fragt man sich? Ganz einfach morgens mit Therapie und Radio hören, mittags bis spät abends TV gucken. Auf der Frühreha gab es weder Radio noch ein Fernsehgerät ich kann mich nicht mehr daran erinnern wie ich dort den Tag bewältigte. Aber nun im Heim brachten meine Eltern meine Anlage und DVD Player mit zusätzlich kauften sie mir ein Fernseher denn mein alter war zu gross. Zu allem Überfluss bekam ich noch einen Bettnachbarn. In diesem Heim war ich 3 Jahre lang und hatte 3 mal einen Bettnachbarn. Da beschloss ich sollte ich jemals das Heim wechseln dann nehme ich ein Einzelzimmer. Man gingen mir die Bettnachbarn auf den Sack, nicht ihre krankheitsbedingten Macken, nein ihr Besuch. Ignorieren ging nicht egal was man versuchte sie waren nur 2 Meter entfernt da bekam man alles mit.
Tja, es gab im Heim leider nur 2 Bettzimmer Privatsphäre gleich Null. Aber es gab auch was sehr erfreuliches für mich. Meine Therapeutin besorgte mir einen Sprachcomputer, die Lucy. Ich sass im Bett und trug eine Brille ohne Gläser daran befestigt ein Laserpointer. Keine Sorge um die Augen es war ein medizinischer Laser also keine Gefahr für andere. Die Lucy hing an einem beweglichen Ständer und wurde über das Bett gerollt. Verweilte man eine bestimmte Zeit auf einen Buchstaben wurde dieser markiert und auf einem Display wieder gegeben. So markierte ich Buchstabe auf Buchstabe bis im Display das stand was ich sagen wollte und durch eine weitere Markierung wurde der Text ausgesprochen. Übrigens nicht ich sondern die Gerätehersteller nannten das Teil Lucy es stand so in roter Schrift auf der Rückseite. Man kann gar nicht beschreiben wie glücklich ich war mich nun endlich mitteilten zu können. Meine ersten Worte an meinen Bruder waren: Danke für alles auch an deine Mitarbeiter! Denn fremde den vollgeschissenen Arsch zu reinigen ist für mich unvorstellbar. Hut ab für Leute, die andere pflegen.
Endlich konnte ich meinen Eltern mitteilen, das sie bitte das Poster abhängen möchten. Zu jedem konnte ich nun antworten nicht nur ja/nein wie bisher. Man fehlte mir das Reden zu können. Es wird mir immer fehlen denn das Schreiben ist wesentlich langsamer. Aber meine Freude dämpfte es nicht. Meine Eltern erstellten mir auch eine Buchstabentafel laminiert und befestigten es auf ein Klemmbrett. So konnte ich mit der Laserbrille auch ohne die Lucy z. B. im Krankenhaus mich mitteilen zu können. Was sich bald bewährte, denn ich wurde kurz darauf eingeliefert. Nein, ich war nicht krank meine Trachealkanüle (TK) sollte entfernt werden. Im Heim wurde mir schon ein kleiner Atemschlauch (geringerer Ø) an der TK angebaut zur Entwöhnung. Nun wurde sie mir im Krankenhaus gezogen da ich eine Nacht überwacht wurde. Bei der ersten Schwester, die sich mir vorstellte ging es wieder los : Ich kenne deinen Bruder, habe mit ihm gearbeitet. Egal ob Bad Oldesloe oder Lübeck jetzt also auch in Bad Segeberg. Nicht das es mich störte aber die waren echt überall. Der Eingriff dauerte nur 5 Sekunden! Wäre da Nachts nicht die